Donnerstag, 6. Dezember 2012

Antrag auf OEG erster Teil



Nachdem ich vor 8 oder 9 Jahren( so genau weiß ich es nicht mehr) Anzeige erstattet hatte, war ich auch bei der Opferhilfe. Dort hat man mir erzählt ich könnte Opferentschädigungsrente beantragen, da der Staat mir gegenüber seine Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen wäre. Bis dato hatte ich davon noch überhaupt nichts gehört. Man gab mir die Antragsformulare mit.
Zu Hause angekommen, habe ich erst einmal im Netz danach gegoogelt. Leider gab es außer der reinen Gesetzgebung fast nichts über diesen Vorgang. Das einzige war ich gefunden hatte, war das es besser sei gleich einen Rechtsanwalt einzuschalten.
Also hab ich bei der Opferhilfe angerufen, ob sie mir nicht einen Anwalt nennen können, der sich mit solchen Dingen auskennen würde. Fehlanzeige, die Dame dort sagte mir sie dürfen so etwas nicht. Sie war aber bereit mir zu sagen, dass ich einen Fachanwalt für Sozialrecht nehmen sollte und dass es bei uns hier in der Stadt nur einen gäbe. So hatte ich also doch die Antwort bekommen die ich brauchte, denn ins Telefonbuch zu schauen, war ja nicht besonders schwer.
Dort habe ich dann angerufen und mir einen Termin geben lassen. Zuerst einmal habe ich meine Rechtschutzversicherung rausgesucht, dann die Erstversion der Anzeigenaufnahme (die hatte ich nur, weil ich die aufnehmende Beamtin gefragt hatte, ob ich eine  Kopie davon haben könnte, was sie verneinte, mir aber sagte sie müsse jetzt den Raum verlassen und wenn sie wiederkäme, dann würde sie nicht danach suchen, also habe ich sie eingesteckt) und was ich sonst noch hatte.
Beim ersten Termin beim Anwalt kam dann die erste Ernüchterung, meine Rechtsschutzversicherung war nutzlos, denn sie hatte eine Klausel, dass sie erst greifen würde, wenn es zum Prozess kommen würde. Das hatte mir niemand gesagt, ich hatte immer gedacht sie würde für alles sein.
Also musste ich erst noch zum Amtsgericht und mir einen Beratungshilfeschein holen. Auch damit hatte ich noch nichts zu tun gehabt. Also erstmal hin  um zu fragen was ich alles brauchen würde. Als ich dann die Unterlagen beisammen hatte, ging das auch alles sehr schnell. Einmal 10 Euro bezahlen und das wars dann auch.
Der Anwalt hat mir dann auch geholfen den Antrag auszufüllen, hat seinen Stempel draufgemacht und dann wurde er weggeschickt. Gleichzeitig hat er auch Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft gefordert, da das Verfahren zwischenzeitlich wegen Verjährung eingestellt worden war. Ich habe ihm aber gleich gesagt das man da nichts mehr machen kann, denn Verjährt ist eben Verjährt. Ich hatte 3 Jahre zu lang gewartet, aber es ist ja auch kein leichter Prozess Anzeige zu erstatten und will gut überlegt werden, aber das ist ein anderes Thema.
Dann kam das erste Schreiben vom Versorgungsamt und da fingen bei mir die Probleme schon an. Erst mal mussten alle Familienmitglieder angegeben werden und dann wollten die auch noch Zeitzeugen benannt haben. Ich hatte keine, denn ich habe nie jemanden von allem erzählt. Im ersten Schreiben stand auch, dass die Benennung der Personen nicht bedeutet, dass alle Personen befragt werden und falls man Einwände dagegen hätte, dann sollte man das dabei schreiben.
Was ich nicht gewusst habe war folgendes, meine Schwestern und auch meine Eltern erhielten jeweils ein Schreiben indem vom Versorgungsamt behauptet worden ist, ich hätte sie als Zeugen genannt, was nicht der Fall war.
Dann kam ein schreiben, indem ganz viele Fragen zum Sachverhalt der Anzeige gestellt worden sind, es ist fast auf jedes Detail das ich beschrieben hatte eingegangen worden. Mich brachte das ziemlich nach unten, denn damit hatte ich nicht gerechnet.
Bei der Polizei hatte ich angegeben, dass ich eine Homepage habe und darauf haben die unheimlich herumgeritten, sogar das auf der Homepage fast dasselbe stand wie in der Anzeige. Ich sollte sogar angeben, ob ich im Zusammenhang mit der Homepage Menschen kennengelernt hatte und deren Adressen angeben. Was für ein Blödsinn, würde ich niemals tun. Auch ob ich die Homepage selber erstellt hätte oder ob ich Hilfe gehabt hatte.
Insgesamt hat man mir über 15 Fragen gestellt. Ich konnte immer nur Abschnitte beantworten, dann brauchte ich wieder ein oder zwei Tage Pause.
Nach 5 Monaten kam dann der erste Bescheid, fast in jedem dritten Satz stand „nicht glaubwürdig“. Ich war Fassungslos und völlig am Boden zerstört. So tief unten war ich noch nie. Gott sein Dank hatte ich eine Therapie begonnen und mein Therapeut konnte mich unterstützen und wieder aufrichten.

Zweiter Teil folgt.............

Kommentare:

  1. Ich verfolge deinen Blog ja von anfang an und bin nun etwas irritiert, du hattest Anzeige erstattet, aber warum, bzw gegen Wen? Ich steh grad auf dem Schlauch, vllt hab ich etwas überlesen oder nicht mitbekommen?! Oder hast du das bewusst ausgelassen? Ich möchte nicht in ein Näpfchen treten ;)

    Liebe Interessierte Grüße, Alex :)
    (DieTopfpflanze)

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    1. Ich habe es bislang nicht gepostet, ich habe sexuellen Missbraquch der übelsten Art überlebt und habe deshalb eine Dissoziative Identitätsstörung. Einen Täter habe ich angezeigt und automatisch auch meine Mutter, weil sie beteilight war.

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