Freitag, 7. Dezember 2012

Antrag auf OEG zweiter Teil

Es hat einige Anfragen gegeben warum ich Anzeige erstattet habe und wen ich angezeigt habe.
Dazu folgendes, ich wurde als Kind sexuell missbraucht und zwar auf das übelste. Einen Täter habe ich angezeigt und automatisch meine Mutter mit, weil sie darin verwickelt war.
Wer mehr drüber erfahren möchte, der kann sich gerne meine Homepage ansehen.
Auf der Homepage ist ein kleiner Teil meiner Geschichte zu lesen und auch viel über das Thema sexueller Missbrauch.

Doch nun weiter zum Thema OEG-Antrag.

Nachdem der Ablehnungsbescheid kam, bin ich dann zu meinem Anwalt um Widerspruch einzulegen, dazu hatte ich 1 Woche Zeit. Mein Anwalt hat mir vom Widerspruch abgeraten, aber ich habe ihn trotzdem einlegen lassen, denn mein Rechtsempfinden ist sehr stark ausgeprägt und wenn mir etwas zusteht, dann möchte ich das auch haben.
Dadurch das das Verfahren ja über den Anwalt lief, konnte er Akteneinsicht verlangen, dass ist sonst sehr schwierig wenn man alleine ist.
Es dauerte etwas über einen Monat bis die Akten meinem Rechtsanwalt vorlagen, der schrieb mir dann, ob er mich mit dem Inhalt bekannt machen kann oder ob ich mich gesondert darauf vorbereiten will.
Ich machte einen Termin bei ihm aus und dann hat er mir die Kopien der Aussagen meiner 3 Schwestern überreicht. Ich habe sie nicht gleich dort gelesen, sondern erst zu Hause und im Nachhinein war das auch sehr klug von mir, denn was ich da zu lesen bekam haute mich regelrecht vom Hocker.
Einfügen muss ich noch, dass ich den Kontakt zu meinen Schwestern einige Zeit nach der Anzeige abgebrochen habe, denn sie wollten nicht wahrhaben was mir passiert ist. Sie sind mir dort schon in den Rücken gefallen und haben sich auf die Seite meiner Mutter gestellt.
Da meine Schwestern nicht wussten das sich einen Anwalt beauftragt hatte und weil denen vom Versorgungsamt mitgeteilt worden war, dass alles was sie aussagen vertraulich behandelt wird, habe sie ihre Ansichten und Meinungen unverblümt vorgetragen.
Es fällt mir immer noch sehr schwer darüber zu reden oder zu schreiben, geht doch sehr nahe.
Eine meiner Schwestern behauptete sogar, sie könne sich sehr gut vorstellen, dass ich das alles freiwillig gegen Geld getan hätte.
Meine Schwestern brachten Dinge aus meinem Leben in dieses Verfahren rein, die eigentlich überhaupt nichts damit zu tun hatten und auf die ich auch nicht besonders stolz bin. Ich war mit 27 Jahren Medikamentenabhängig und habe dadurch meine Wohnung sehr vernachlässigt, ja sie war sogar ziemlich verdreckt, denn ich brachte die Kraft nicht dafür auf. Nur meine Kinder habe ich nie vernachlässigt, sie waren es die mir immer wieder die Kraft zum weiterleben weggeben haben.
Also kurz gesagt, meine Schwestern haben mich völlig in den Dreck gezogen. Das hatte ich wirklich nicht erwartet. Ich hätte eher erwartet, dass sie sagen, sie können sich nicht an Detail erinnern, weil zwei meiner Schwestern jünger sind als ich und damals noch klein waren.
Aufgefallen war mir beim Lesen der Aussagen, dass viele der Aussagen Niederschriften von Telefonaten waren, die sie mit dem Bearbeiter geführt hatten.
Ich habe mich dann also hingesetzt und versucht die einzelnen Passagen der Aussagen zu widerlegen und ich muss sagen, ich habe sehr lange dafür gebraucht. Ich glaube es waren ungefähr 9 Seiten getipptes die dann den Weg zum Versorgungsamt fanden.
7 Monate vergingen ohne dass vom Versorgungsamt irgendeine Reaktion erfolgte, mein Anwalt hat denen dann eine Frist gesetzt und mit Untätigkeitsklage gedroht.
Die Antwort kam prompt. Da nach deren Ansicht nach Aktenlage keine Gewalttat nachgewiesen werden konnte und als Beweismittel nur meine Aussage zur Verfügung stand kam dann folgendes, ich zitiere:“Es soll nun versucht werden, die Erlebnisbezogenheit der Schilderung der Betroffenen durch ein aussagepsychologisches Gutachten zu klären. Bitte teilen sie mir mit, ob ihre Mandantin zu einer Begutachtung bereit ist.“
Also ein Glaubwürdigkeitsgutachten, hierzu werde ich später ein eigenes Thema aufmachen.
Mir blieb keine Wahl ich musste mich damit einverstanden erklären.
2 Monate später kam dann die Nachricht, dass das Versorgungsamt eine Gutachterin bestellt hatte und diese wollte dann zu mir nach Hause kommen.
Ich bin mal wieder aus allen Wolken gefallen, erstens eine Frau obwohl ich darum gebeten hatte einen männlichen Gutachter zu bekommen und dann sollte das Treffen auch noch bei mir zu Hause stattfinden. Das war völlig unmöglich, denn ich kann keine fremden Menschen in meine Wohnung lassen, denn dies ist mein sicherer Ort.
Also habe ich mich direkt an die Gutachterin gewandt und ihr meine Bedenken mitgeteilt, diese war dann damit einverstanden dass der Termin in ihrer Praxis stattfand.
Leider blieb es nicht bei dem einen Termin es wurden 6, wobei  der letzte Termin in der Psychiatrischen Klinik hier stattfand, da ich mich mehr in der Lage sah, dies alleine zu bewältigen. Die Gutachterin verlangte von mir den Missbrauch in allen Einzelheiten wiederzugeben. Da es ihr beim 6. Termin immer noch nicht genug war, habe ich mich dazu entschlossen nicht mehr weiter zu machen und das Gutachten abzubrechen, denn ich war am Ende meiner Kraft angelangt.
Ich habe dies meinem Anwalt mitgeteilt und der hat dann in seinem Schreiben Bezug auf ein Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen Bremen vom 27. April 2006 hingewiesen. Wörtliches Zitat aus dem Schreiben:
„Aus diesem Urteil ergibt sich für Fälle wie diesen, dass eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung in dem Sinne, wie sie häufig in diesen Verfahren durchgeführt wird, nicht erforderlich ist.
Vielmehr ist auch sehr genau, neben der Beschreibung von Taten, auf das Krankheitsbild abzustellen und eine deutlich großzügige Vorname bei der Beurteilung der Angaben zu Tathergängen von lange zurückliegenden Zeiträumen vorzunehmen.“
Außerdem hat mein Anwalt darauf hingewiesen, dass zunächst mein Krankheitsbild fest zu stellen sei.

Fortsetzung folgt……



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