Sonntag, 23. Dezember 2012

Die Hochzeit

Jetzt berichte ein wenig darüber wie die Hochzeit von statten gegangen ist.

Die erste Überraschung kam als ich aufgewacht war (der Wecker klingelte um 7:00 Uhr, nach 3 Stunden Schlaf, es ist nicht gerade einfach die innere Meute ruhig zu bekommen, wenn so ein aufregender Termin statt findet), die Jalousie hochgezogen hatte und es ordentlich schneite.

Was jetzt, damit hatte ich nicht gerechnet, müssen wir jetzt früher los oder nicht. Fahren wir mit dem Linienbus wie vorgehabt oder doch mit einem Taxi.

Aber diese Entscheidung wurde erstmal vertagt. Wichtigere Dinge hatten vorrang. Erstmal mal die Überraschung, dass mein Sohn als erster ins Bad ging und dort scheinbar endlos brauchte. Dann meldete mein zukünftiger Mann das Bedürfnis an, als nächstes ins Bad zu gehen. (Er war liebevoller Weise schon gleich nach dem Aufstehen zum Bäcker gegangen und hatte was fürs Frühstück geholt)

Ich dachte nur, nein ich möchte erst ins Bad, denn ich kenne ja meinen zukünftigen Mann, erstmal ausgiebig duschen mit Haarewaschen und so weiter. Mann braucht eben länger als Frau die immer nur ganz kurz im Bad ist. Also um den Vorzug gebeten, erst ins Bad zu gehen.

Dieser Vorzug wurde mir dann auch gewährt.

Danach musste ich dann noch endgültig entscheiden, was ich denn zur Trauung anziehen wollte. Ich hatte es immer zu vor mich hergeschoben, denn meine anderen Persönlichkeiten hatte alle eine eigene Meinung dazu. Im Endeffekt konnte ich mich dann aber durchsetzen und habe das angezogen, was ich wollte.

Zwischenzeitlich war mein zukünftiger Ehemann dann auch mit dem Badezimmeraufenthalt fertig und die Uhr zweigte auf 9:00 Uhr. Abgesprochen war, dass wir uns mit einem ältesten Sohn, seiner Lebensgefährtin und meinen beiden Enkelsöhnen um 9:35 Uhr an der Bushaltestelle treffen wollten. Dieses wurde dann aber telefonisch vom meinem Sohn verworfen, er meinte sie schaffen es nicht pünktlich und würden mit dem Taxi fahren.

Wir saßen noch am Frühstückstisch und tranken Kaffee, da fiel dann auch von uns die Entscheidung selber auch mit dem Taxi zu fahren. Da es immer noch schneite, haben wir dann unser Taxi für 9:40 Uhr bestellt, denn wir wollten ja zu unserer eigenen Trauung die um 10:30 Uhr stattfinden sollte nicht zu spät kommen.

Im Endeffekt waren wir dann viel zu früh beim Standesamt. Die Familie meines ältesten Sohnes war auch schon da, also haben wir erstmal in Ruhe eine geraucht und auf die Familie meiner Tochter gewartet.

Zwei mal kam ein Mann vor die Tür des Standesamtes und ich dachte dies sei ein Gast von der Trauung die vor uns sein sollte. Es war aber der Standesbeamte und der fragte meinen zukünftigen Mann, ob wir die nächste Trauung wären, denn das Brautpaar der Trauung die um 10:00 Uhr stattfinden sollte wäre noch nicht da und ob wir denn flexibel genug wären um unsere Trauung schön früher stattfinden zu lassen.

Damit hatten wir kein Problem, denn in den nächsten Minuten kam dann auch meine Tochter mit ihrer kleinen Familie und einem wunderschönen Brautstrauß.

Wir also rein ins Standesamt und dort wurde dann kurzer Hand alles wieder rausgebracht, was das verspätete Brautpaar erwarten sollte. Da waren schon Notenständer für Musiker und so aufgebaut.
Also alles raus und wir dann rein.

War schon ein komisches Gefühl, da wieder auf den gleichen Stühlen zu sitzen wie Jahre vorher. Auch hatte die Gäste des anderen Brautpaares vergessen die Ringe mitzunehmen. Die lagen direkt vor uns, da wir aber keine Ringe haben wollten, denn wir brauchen diese Symbole nicht.

Der Standesbeamte erklärte uns, dass es für ihn eine Premiere wäre, er hätte noch nie ein Brautpaar getraut, dass zum zweiten Male heiratet.

Es war eine sehr lockere Stimmung und es wurde viel gelacht, wozu auch die 3 kleinen Kinder beitrugen.

Feierlich wurde es dann erst als der Standesbeamte seinen vorbereiteten Text vortrug (hieran kann ich mich erinnern und das er einen Text von Platon vortrug, aber an den Text selber habe ich keine Erinnerung, da innen bei mir viel los war und jede Persönlichkeit einen Blick nach draußen werfen wollte um alles mit zu bekommen. Das ist leider so und mir persönlich tut es auch sehr Leid, denn ich hätte gerne alles mitbekommen). Aber den Hochzeitskuss habe ich selber bekommen.

Nach der Trauung hatten wir dann ein kleines Problem, denn wir waren ja jetzt viel zu früh verheiratet und der Tisch im Lokal war ja für später bestellt.

Nach einigem hin und her haben wir uns dann aber doch entschlossen, schon zum Lokal zugehen denn draußen war es ziemlich kalt und wir wollten ja auch kein großes drum her herum.

Es war auch kein großes Problem, denn die Tische waren schon zusammen gestellt, wenn auch der Tisch nicht eingedeckt war, aber da wir ja sowieso jeder das bestellen konnten was wir wollten, denn mit einem Menü hätten wir Schwierigkeiten bekommen alle unter einen Hut zu bringen.

Das Essen hat prima geschmeckt und alle waren zu Frieden. Für den kleinsten war es zwar ein wenig lange, er wurde zum Ende schon ein wenig quengelig weil er müde war, aber dass war ein kleines Problem.

Nach dem Essen sind auch alle Familien wieder zu sich nach hause gefahren, denn mein Mann und ich wollten den Tag in aller Ruhe genießen und das ist uns auch gelungen.

Es war die Hochzeit so wie wir es eigentlich schon beim ersten Mal haben wollten, was damals aber nicht ging, denn meine Familie machte uns damals einen Strich durch die Rechnung. Sie wollten alle dabei sein. Also wurde es damals eine große Feier, umso schöner, dass es diesmal voll und ganz unseren Vorstellungen entsprach.

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