Dienstag, 18. Dezember 2012

Vergewaltigt nach KO-Tropfen

In letzter Zeit gibt es leider immer mehr Meldungen, das Frauen aber auch Männer mit KO-Tropfen betäubt und dann vergewaltigt werden.

Meiner Meinung nach findet zu wenig Aufklärung darüber statt, ich fände es einen wichtigen Bestandteil im Lehrplan an den Schulen zwecks Prävention.

Hier möchte ich ein wenig mithelfen und auflisten, was zu tun ist wenn der Verdacht auf KO-Tropfen und anschließender Vergewaltigung aufkeimt.

 Beweissicherung: Was du tun kannst


•K.O.-Tropfen lassen sich im Körper nur kurz nachweisen. Schnelles Handeln ist gefragt, wenn du Klarheit haben möchtest und einen Beweis für eine Anzeige benötigst.

•Ein Nachweis ist im Blut und Urin bis etwas 12 Stunden nach Einnahme möglich. Um diese Spuren zu sichern, kannst du

•Zur Polizei gehen. Diese ordnen die Beweissicherung an, wenn sie den Verdacht für begründet halten.

•In die Notaufnahme gehen und das Personal dort über deinen Verdacht informieren. Das Krankenhaus ist jedoch nicht verpflichtet, Blut- und Urinproben zu entnehmen. Möglicherweise werden die Beweise auch nicht Gerichtverwertbar gesichert.

•Zu einem späteren Zeitpunkt gibt es noch die Möglichkeit über eine aufwändige Haaranalyse den Nachweis von K.O.-Tropfen anzutreten. Dies kann von der Staatsanwaltschaft angeordnet werden. Ansonsten musst du sie auch aus eigener Tasche bezahlen.

Beweissicherung nach sexuellen Übergriffen

•Vor einer ärztlichen Untersuchung solltest du dich – auch wenn es eklig und unangenehm ist – nicht waschen oder duschen, damit keine Beweise vernichtet werden. Wenn du auf Toilette musst, bevor du dich untersuchen lassen kannst, bewahre den Urin in einem sauberen, verschlossenen Gefäß und gut gekühlt auf.

•Kleidung und Wäsche, mit denen der Täter in Berührung gekommen ist, dürfen nicht gewaschen werden, damit DNA-Nachweise und andere Spuren nicht vernichtet werden. Auch kann zerrissene Kleidung ein Indiz dafür sein, dass eine Gewalttat verübt wurde und du nicht freiwillig Sex hattest. Daher diese Dinge gut aufbewahren (am besten in einer sauberen Papiertüte) und auf keinen Fall wegwerfen.

•Wenn du weißt oder vermutest, dass der Täter in deiner Wohnung war, dann lasse alles unverändert, damit dort mögliche Spuren gesichert werden können (z.B. Haare oder Fingerabdrücke).

•Ein Gedächtnisprotokoll von den Ereignissen, an die du dich noch erinnern kannst, kann für zukünftige Vernehmungen hilfreich sein. Auch mögliche Zeuginnen und Zeugen sollten ein Gedächtnisprotokoll verfassen.

Was bei der Polizei passiert

Wenn du Anzeige erstatten willst, musst du die Polizei einschalten. Dies ist nicht unbedingt einfach. Die Polizei wird dich befragen und versuchen sich ein eigenes Bild von den Ereignissen zu machen. Es können auch dich unangenehme Fragen gestellt werden, zum Beispiel zu deinem Drogen- oder Alkoholkonsum.


Für eine umfangreiche und Gerichtsverwertbare Beweissicherung ist es jedoch am Besten das die Polizei möglichst schnell informiert wird. Du kannst die 110 wählen, zur nächsten Polizeistation oder direkt zur Kriminalpolizei gehen. Wenn du direkt zur Kriminalpolizei (Abteilung Delikte am Menschen) gehst, ersparst du dir mehrfache Vernehmungen.


Wenn du bei der Polizei Anzeige erstattest, wird dich die Kriminalpolizei zur ärztlichen Untersuchung bringen. Wenn sich der Verdacht auf K.O.-Tropfen erhärtet, werden auch Blut- und Urinproben genommen. Körperliche Verletzungen werden dokumentiert. Auch mögliche DNA-Nachweise (Spermaspuren oder Schamhaare) werden als Beweise gesichert. Deshalb solltest du dich erst nach einer ärztlichen Untersuchung waschen oder duschen, auch wenn das zunächst eklig und unangenehm ist.


Deine Rechte bei der Polizei

•Gehe möglichst nicht alleine zur Polizei und beantrage, dass deine Begleitperson bei der Vernehmung dabei sein darf. Das ist allerdings nicht möglich, wenn deine Begleitung Zeuge oder Zeugin ist.

•Wenn du lieber von einer Frau vernommen werden möchtest, muss die Polizei versuchen, das möglich zu machen.

•Wenn die Vernehmung zu unangenehm wird, kannst du sie unterbrechen oder abbrechen. Du kannst deine Aussage später vervollständigen oder dich von einer anderen Beamtin vernehmen lassen. Du hast das Recht, eine Anwältin bei der Vernehmung dabei zu haben.

•Wenn seltsame Fragen gestellt werden, kannst du nachfragen, warum sie gestellt werden.

•Unterschreibe das Vernehmungsprotokoll nur, wenn es 100% deine Aussage wieder gibt. Lass alles, was nicht stimmt vor deiner Unterschrift verbessern.

•Wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist, hast du das Recht auf eine/n Übersetzer/in, auch das Protokoll muss vor deiner Unterschrift übersetzt werden.


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