Mittwoch, 13. Februar 2013

Ärzte und die Dissoziative Identiätsstörung

Für mich ist es nicht gerade einfach heraus zu finden, wenn ich Schmerzen habe, ob es nun von der Seele kommt oder ob ich wirklich krank bin.
Meistens warte ich erst mal ab, ob es nicht von alleine wieder verschwindet und wenn nicht, dann bleibt mir nur der Gang zum Arzt.
Und das ist meist ein sehr schwieriger Gang für mich, denn es kann sein, dass nicht ich selber dann anwesend bin, sondern jemand von meinen Persönlichkeiten. Da kann es dann durchaus passieren, dass ein EKG nicht OK ist und ich das dann nochmal machen lassen muss.
Mein Hausarzt kennt das inzwischen schon und bekommt nicht gleich jedesmal Angst, wenn mal was nicht so ist wie es soll.
Nach langer Suche habe ich ihn gefunden und er ist vollkommen OK. Als ich das erste Mal bei ihm war, da kannte er mein Krankheitsbild nicht, aber er hat sich schlau gemacht und das finde voll gut.

Wenn ich dann mal zu einem Facharzt muss, dann frage ich jetzt jedesmal ob sie schon mal was von einer Dissoziativen Idenditätsstörung gehört haben und wenn sie dann sagen nein, versuche ich es mit meinen eigenen Worten zu erklären. Die meisten sind sogar dankbar dafür, dass man die Umrisse grob skizziert.

Beim Zahnarzt und auch beim Kieferchirugen habe ich ganz tolle Erfahrungen damit gemacht, denen gegenüber offen zu sein.

Beide habe unheimlich sensibel reagiert und es wurde viel Rücksicht darauf genommen, dass ich es nicht wirklich gut ertragen kann, wenn jemand etwas in meinem Mund macht.

Es kostet nur ein wenig Überwindung zu sagen, dass man missbraucht worden ist, weitere Erklärungen sind meistens nicht nötig.

Ich habe inzwischen gelernt offen damit umzugehen, jedenfalls bei Ärzten, denn ich möchte ja, dass mir geholfen wird.

Leider ist es so, dass manchmal der Körper reagiert wenn die Seele leidet. Mir ist es in den letzten 2,5 Jahren zweimal passiert, dass ich wegen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ins Krankenhaus musste.

Beide Male mit dem Ergebnis, dass nicht rausgefunden worden ist, was die Ursache dafür war, obwohl ich beide Male alle Untersuchungen über mich ergehen lassen musste.

Und beide Male musste ich mich rechtfertigen, weil ich keinen Alkohol trinke, dies ist die meiste Ursache für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Es hat mich richtig ärgerlich gemacht, dass mehrfach nachgefragt worden ist. Ich trinke wirklich keinen Alkohol.

Als ich nachfragte, ob es denn auch von der Seele kommen kann, da habe ich sehr ablehnende Haltung erfahren, denn so was gibt es bei Chirugen nicht und kann auch nicht sein.

Niedlich fand ich es auf der Station, dass da ein Stationsarzt war, der an einem Morgen richtig freudig in mein Zimmer kam und mich fragte ob ich denn auch böse Persönlichkeitsanteile hätte, denn er hätte am Vorabend CSI gesehen und da war so was gezeigt worden. Ich habe ihm dann gesagt, dass er nicht alles glauben soll, was er im Fernsehen so über diese Erkrankung sehen würde.

Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, es ist gut ehrlich mit dieser Erkrankung um zu gehen.


Kommentare:

  1. hm, einerseits schon (also ehrlich mit der krankheit umgehen), aber manchmal gerät man dann auch an ärzte, die gar nicht mehr genauer hingucken, weil es ja dann eindeutig die psyche sein muss. deswegen blieb bei uns über zwei jahre eine autoimmunkrankheit undiagnostiziert, und wenn wir dann nicht doch durch zufall an einen arzt geraten wären, der uns a) geglaubt hat und b) trotz oder gerade wegen wissen über DIS richtig untersucht hat, wären wir wohl kurze zeit später mit organversagen im krankenhaus gelandet.... die meisten ärzte haben leider keine bis wenig ahnung von dis oder trauma. selbst psychiater nicht wirklich... ich hoffe, dass sich da in zukunft noch so einiges tut ;) das mit den kopfschmerzen kennen wir auch, ist nicht schön :( gerade wenn viel stress ist. innen und außen....
    lg,
    mickymunchkin

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    1. Ja, es ist eine schwierige Angelegenheit mit Krankheit und Ärzten. Ich war grad mal wieder im Krankenhaus und mal wieder mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung.

      Wie die dort wohl geschaut hätten, wenn ich denen versucht hätte zu erklären, dass ich nachdem die Schmerzen den Grad des erträglichen bei mir überschritten hatten, dann von einer Sekunde auf die Andere verschwunden waren, weil die Persönlichkeit gewechselt hatte und nun Jemand da war, der keine Schmerzen verspürt.

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