Donnerstag, 2. Mai 2013

Täterintrojekte, was ist das?

Vor gut 2 Jahren habe ich diesen Ausdruck das erste mal von meinem Therapeuten gehört und konnte so überhaupt nichts damit anfangen.
Also habe ich zu Hause angefangen im Netz zu suchen und bin leider überhaupt nicht weitergekommen. Zum einem weil fast nichts darüber zu finden war und zum anderen, weil ich noch nicht soweit war.
Was heißt das?
Eins der Phänomene bei mir und evtl. auch bei anderen Menschen mit DIS ist, dass wenn die Innenpersonen der Meinung sind, es ist zu gefährlich etwas über bestimmte Dinge zu wissen, dann kann ich was finden und kann es auch lesen, aber ich weiß hinterher nicht mehr was ich gelesen habe. Es wird einfach nicht aufgenommen.

Ich habe mir z.B. vor einigen Jahren ein Buch gekauft "Schmetterlingsfrauen" heißt es, es ist ein Selbsthilfebuch für Menschen mit DIS. Ich habe dieses Buch gelesen und dachte nur, was ist denn das für ein Mist und habe es zur Seite gelegt. (Dazu muss ich sagen, dass ich es mir nur aus Interesse gekauft habe, ich wusste damals noch nicht, dass ich selber davon betroffen bin)

Nachdem ich dann die Diagnose bekommen hatte und es dann auch nach langer Zeit geschafft hatte, dieses Viele sein für mich anzunehmen, da habe ich dann dieses Buch wieder in die Hand genommen und es war wie eine Offenbarung.

Doch nun zurück zu den Täterintrojekten.

Erstmal: Was sind Täterintrojekte?

Hier ein Beispiel:

Täterintrojekt-Anteile sind Verhaltensweisen von anderen Menschen, die wir aufnehmen.

Entweder nimmt man diese Anteile auf, weil man das erwachsene Gegenüber so lange studiert hat, bis man es in und auswendig kennt oder aber man nimmt diese Anteile auf, weil die existenzielle Not oder Todesnähe zu groß ist.

Wir alle haben z.B. unsere Eltern gut verinnerlicht, in ihren guten und ihren schlechten Seiten.

Man ist z.B. wie sein Vater: musikalisch, lustig, an Technik interessiert usw. und in anderer Hinsicht will man nicht wie sein Vater sein; jähzornig, unzuverlässig, gemein usw.usw.

Dann wie die Mutter: weich, sanft, geschickt etc. und dann will man wieder nicht so sein: ängstlich, depressiv, hilflos etc.

Jeder Mensch der in sich geht,wird solche Anteile in sich entdecken.

Dann gibt es noch täterimitierende Anteile:

Täterimitierende Anteile sind oft gewalttätige männliche Introjekte. Diese Introjekte hat man im Augenblick einer Attacke von dem Attackierenden innerlich aufgenommen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Das könne z.B. sein: die hasserfüllten Augen, die würgenden, eindringlichen oder prügelnden Hände, der angespannte Körper. Oder die Gefühlswelt des Täters: der Machtrausch, das Sich-gehen-Lassen, das Hineinsteigern, die Hemmungslosigkeit, die Lust an Qualen.

Oder die täterloyalen Anteile

Täterloyale Anteile gelten oft als weiblich, z.B. hilflos, verbal wütend oder resignativ.
Hier hat man unbewusst aufgenommen, das Erschlaffen, Aufgeben, regloses Zuschauen, die Gleichgültigkeit und die einen überkommende Kälte. Oder auch: das Anfeuern des Täters, die gefühllose Entwertung es Opfers (du bist selbst schuld), den Verrat, das Im-Stich lassen oder das zusätzliche Beschimpfen.

Diese Introjekte nimmt man als Kind oder Jugendlicher auf ohne das eigentlich zu wollen, meistens hilft es in Gewaltsituationen beim überleben. Dann trägt man sie in sich ohne sich dessen bewusst zu sein.

Erst viele Jahre später können sie einem das Leben zur Hölle machen.

Ich hoffe ich konnte es einigermaßen verständlich rüberbringen, wenn Fragen dazu aufkommen, bin ich gerne bereit darauf einzugehen.



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