Dienstag, 18. Juni 2013

Aussteigen ist schwer

Mancher mag sich ja wundern, dass ich immer mal wieder Bastelarbeiten hier zeige. Es kommt bestimmt die Frage: "Hat die nichts anderes zu tun?"

"Nein, habe ich nicht", denn ich bin in Erwerbsunfähigkeitsrente.

Ich muss meine ganze Kraft aufwenden, um in Zeiten die für mich gefährlich werden können, nicht in den Modus täterloyaler Anteil zu wechseln und dann nicht zu wissen, was ich in der Zeit getan habe.

Seit einigen Jahren arbeite ich daran, aus den Täterkreisen aus zu steigen, aber ich muss immer wieder Rückschläge hin nehmen und das ist alles andere als angenehm.

Zu den Täterkreisen will ich hier nicht sagen, denn das könnte für mich gefährlich werden. Nur soviel dazu, es ist eine ganze Gruppe.(hat auch eine andere Bezeichnung)

Als aller erstes musste ich versuchen mir einen Helferkreis zu schaffen, d.h. ich musste offen mit meiner DIS umgehen.

Nach 2,5 Jahren hatte ich es geschafft und dann kamen wieder die Rückschläge. Als erstes bekam mein damaliger Therapeut ein Angebot sich selbständig zu machen und so ging er innerhalb von 4 Wochen nach Hamburg.

Ich war völlig geschockt. Der einzige Mensch, der mir helfen konnte mich selber kennen zu lernen und zu verstehen, lies mich quasi von einen Tag auf den Anderen fallen.

Mein Verstand sagte mir, dass jeder diese Chance wahr genommen hätte, ich wahrscheinlich auch an seiner Stelle, aber meine Gefühle waren ein einziges Chaos.

Es waren Gedanken da, alles einfach hin zu schmeißen und mich einfach von dieser Welt zu verabschieden.

Aber dann hätten die Anderen gewonnen und das wollte ich ihnen nicht gönnen.

Dann klappte es auch in der Klinik nicht mehr, immer wenn ich diese gebraucht hätte, dann war zu wenig Personal und die Klinik wollte die Verantwortung nicht übernehmen.

Also konnte ich mich nur auf mich selber verlassen und meine Kinder und meinen Mann um Hilfe zu bitten.

Es wurden alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und besprochen.

Im Klartext heißt das, dass ich zu gewissen Zeiten nicht ans Telefon gehe und auch das Haus nicht verlasse.

Ich bin dann ein Gefangener meiner Wohnung und auf Andere angewiesen.

Gerade steht wieder so eine Zeit ins Haus (ich habe zwar inzwischen wieder einen Therapeuten, aber der kennt sich noch nicht so gut aus und muss mit mir lernen).

Um mich von den Schmerzen die ich in dieser Zeit bekomme ab zu lenken, versuche ich den Tag mit Basteln und anderen Dingen zu verbringen. Für mich ist das Basteln quasi eine Therapie.

Es freut mich auch unheimlich, dass andere Menschen meine Bastelarbeiten gut finden und mir das auch mitteilen. Das spornt zusätzlich noch an. Außerdem kann ich auch kreativ sein. Ich habe noch viele Ideen.

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